Der Markt für Business-Software in der Schweiz ist heterogen, wobei die Vielzahl der Anbieter und ihrer Produkte kaum überschaubar ist. Neben vielen kleineren Anbietern dominieren einige wenige den Markt. Im Bereich der Finanzbuchhaltung kommt ABACUS bei den KMU auf einen Anteil von rund 20 %. Bei den Kleinstunternehmen sind Produkte aus dem Hause Sage mit zusammen knapp 20 % führend. Auf den weiteren Plätzen folgen SAP und Microsoft Dynamics, wobei SAP bei den grösseren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten einen Vorsprung gegenüber Microsoft Dynamics verzeichnen kann. Bei der Auftragsabwicklung befindet sich auch Microsoft unter den führenden Anbietern. Dies ist das Fazit einer Studie, die vom Kompetenzschwerpunkt E-Business des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz in Zusammenarbeit mit sechs Forschungspartnern aus der ICT-Industrie durchgeführt wurde.
Kleinunternehmen buchen auch mit Banana, WinBiz, BusPro und Crésus
Bei den kleineren Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten kommen neben Sage und ABACUS auch Banana, WinBiz, BusPro und Crésus (Verbreitung v.a. in der Romandie) auf beachtliche Marktanteile. Auffallend ist der relativ hohe Anteil an Unternehmen, die ausschliesslich Microsoft-Office-Produkte (andere Office-Produkte werden kaum genannt) oder Eigenentwicklungen zur Unterstützung der Finanzbuchhaltung einsetzen, wie es in der Mitteilung zur Studie heisst.
Bei Auftragsabwicklung mischt Microsoft mit
Im Bereich der Auftragsabwicklung dominieren bei den kleineren Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten die Microsoft-Office-Anwendungen. Bei den KMU, vor allem den grösseren ab 100 Beschäftigten, erreichen SAP, ABACUS und Microsoft Dynamics die höchsten Marktanteile. Sie liegen um die 10%.
An dieser Marktaufteilung wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht viel ändern, denn fast alle befragten Unternehmen (90 %) sind mit der aktuell eingesetzten Business-Software zufrieden oder sehr zufrieden. Erkennbar wird an diesen Ergebnissen auch, dass Business-Software-Produkte die Bedürfnisse der KMU erfüllen. Damit einhergehend ist festzustellen, dass die Schweizer KMU in den kommenden zwei Jahren ihre Ausgaben für die Beschaffung von Business-Software reduzieren wollen: Es sind gut 10 % weniger Ausgaben budgetiert als im Jahr 2010.
Softwareabdeckung konstant mit Marktsättigung bei den KMU
Die Softwareunterstützung in klassischen betriebswirtschaftlichen Prozessbereichen wie Finanzbuchhaltung, Personalwesen oder Auftragsabwicklung erreichte in Schweizer KMU schon vor einigen Jahren ein sehr hohes Niveau. Im Vergleich dazu kann in der aktuellen Business-Software-Studie 2011 kein nennenswerter Anstieg in der Softwareabdeckung mehr erkannt werden. Die Schweizer KMU nähern sich hier offensichtlich auf hohem Niveau einer Sättigung. Investitionen dienen folglich überwiegend der Erneuerung, Erweiterung oder Ablösung bereits bestehender Software. Gemäss Studie befragt wurden 1‘024 Führungskräfte, insbesondere IT-Verantwortliche und Geschäftsführer.
Die folgende Abbildung zeigt die Verbreitung der Softwarehersteller im sekundären Prozessbereich „Finanzbuchhaltung“ nach Unternehmensgrösse.
Quelle: Studie der FHNW zur Business-Software .
Autoren der Studie sind Prof. Dr. Uwe Leimstoll und Michael H. Quade vom Kompetenzschwerpunkt E-Business des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz.
Die ausführlichen Studienresultate sind exklusiv den Forschungspartnern vorbehalten. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist hier erhältlich.
Ausgewählte Ergebnisse sind zudem in der Netzwoche erschienen. Zu finden sind sie unter diesem Link.




