Was Unternehmen laut OSEC gegen die Frankenstärke tun können

Was Unternehmen gegen die Frankenstärke tun können
Die Intervention der Nationalbank hat beim Währungspaar Euro-Franken zu einer leichten Entlastung geführt. Trotzdem bleibt die Situation für exportierende Unternehmen angespannt. Im Juni 2011 zeigen sich die Folgen des starken Frankens. Der schweizerische Aussenhandel rutschte im Juni nominal tief in die Minuszone, wie die Eidgenössische Zollverwaltung in einer Mitteilung schreibt. So gingen die Exporte um 8.2 Prozent (real +3.1%) auf CHF 15.8 Mrd. zurück. Die Preise für Exportgüter verringerten sich laut Medienmitteilung um hohe 10.9 Prozent. Der Aussenhandel hat im 1. Halbjahr 2011 laut Zollstatistik nominal um 4.3% auf 100.2 Mrd. CHF zugelegt (real. +11.7%). Doch was können Unternehmen gegen den starken Franken tun?

Dienste des Aussenhandelsförderers OSEC werden rege genutzt
Eine Möglichkeit ist die Erschliessung neuer Absatzmärkte. Unterstützung leistet dabei die OSEC, der Aussenhandelsförderer des Bundes. Dass die Unternehmen unter Druck stehen, zeigt sich an der sprunghaften Zunahme der Beratungsanfragen. Allein im ersten Semester ist die Zahl der Firmen, die bei der OSEC um ein Beratungsgespräch angefragt haben, gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr 20 Prozent angestiegen.

Qualität und Swissness – und Kosten senken mit Überprüfung des Einkaufs
Die OSEC gibt fünf Empfehlungen, wie exportorientierte Unternehmen die Auswirkungen des starken Frankens mildern können. So sollten Firmen ihr Angebot vermehrt auf Qualität und das so genannte Swiss Premium ausrichten, wie der CEO der OSEC, Daniel Küng, in einem Blog schreibt. Mit einer Erneuerung der Produkte liesse sich das Preisniveau halten.
In der aktuellen Situation kämen die Unternehmen nicht umhin, die Kostenstrukturen anzupassen. Allenfalls könne schon eine Überprüfung des Einkaufs bei alternativen Herkunftsländern zu tieferen Kosten führen, wie Daniel Küng als zweite Empfehlung schreibt.

Konzentration der Kräfte und neue Märkte in Schwellenländern suchen
Die OSEC rät weiter, zu einer kritischen Überprüfung des eigenen Produktportfolios im Ausland sowie eine noch stärkere Fokussierung auf ausgewählte Märkte, um die angestrebten Margen halten zu können. Die Konzentration der Verkaufsmassnahmen auf ausgewählte Märkte und die Markterschliessung in wachstumsstarken Schwellenländern, kann laut Küng den Unternehmen zusätzliche Vorteile bringen.

Zulieferung überprüfen und Absicherung der Währungsrisiken
Zudem empfiehlt die OSEC, preisliche Anpassungen bei den Zulieferfirmen zu verlangen und die Abrechnungsmodalitäten zu ändern. Bereits gingen viele Exportfirmen dazu über, von den Lieferanten zu verlangen, in Euro abzurechnen. Und nicht zuletzt liessen sich die Währungsrisiken mit finanztechnischen Massnahmen absichern.

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