Anbieter von IT-Services schweben auf Wolke sieben, denn das so genannte Cloud Computing ist in der Informatik der Trend der Stunde. Cloud Computing erlaubt den bedarfsgerechten und flexiblen Bezug von Informatikdienstleistungen wie etwa Serverleistungen oder Software. Dadurch lassen sich Kosten senken und Kapazitäten optimal einsetzen (Lesen Sie auch „In der Wolke muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“). Doch Kritiker sehen neben den Vorteilen auch Risiken wie etwa bei der Datensicherheit. Laut einer vor kurzem durchgeführten Studie des Marktforschungsunternehmens IDC tendieren Unternehmen allerdings eher dazu, vorerst im eigenen Rechenzentrum so genannte Private Cloud zu etablieren. Befragt wurden 235 Unternehmen in Deutschland.
Mit Vorbehalt in die Wolke
Laut IDC-Studie wollen sich mehr als zwei Drittel der Unternehmen im Rahmen einer Strategie mit Cloud Computing befassen. Allerdings geben sich 41 Prozent der befragten Unternehmen noch zurückhaltend. Nur 29 Prozent wollen Cloud Computing umfassend nutzen. Lediglich sieben Prozent der Unternehmen haben sich gemäss Studie überhaupt noch nicht mit Cloud Computing befasst, während für sechs Prozent der befragten Firmen der Einsatz von Cloud Computing in absehbarer Zeit nicht in Frage kommt.
Dunkle Wolke Datensicherheit
Aufgrund der Sicherheitsbedenken sind Unternehmen zurückhaltend beim Public Cloud Computing. Fehlende Governance ist für 34 Prozent der Unternehmen ein Grund für die Zurückhaltung, mangelnde Compliance für 24 Prozent. Ungenügende Performance und Verfügbarkeit sehen 24 Prozent der Befragten als Grund für ihre Reserviertheit gegenüber Cloud Computing. Für gut ein Viertel (26%) der befragten Unternehmen haben wegen der „mangelnden Sicherheit des Rechenzentrums“ Bedenken hinsichtlich Cloud Computing.
Public Cloud, Private Cloud oder ein Mix
Wichtiges Kriterium für die Etablierung von Private oder Public Cloud Computing ist die Möglichkeit der „schnellen Implementierung neuer Lösungen/Services“ (Public 32 %, Private 30 %). Hauptgründe für die Implementierung einer Public Cloud sind für die Unternehmen, dass „keine zusätzliche Anschaffung von IT-Infrastruktur“ erforderlich ist (48 %) oder die „Reduzierung von Kosten“ (35 %). Zum Verzicht auf Investitionen in neue IT-Infrastruktur ergeben sich zudem Einsparungen bei der Administration und Wartung sowie dem Betrieb und der Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit. Bei der Software ist anstelle von Lizenzgebühren die Nutzung nach Verbrauch zu berechnen. Als Grund für die Einrichtung von Private Clouds sehen die befragten Unternehmen bei der „effektiveren Nutzung der IT-Infrastruktur“ (35 %).
Über den Wolken sind die Möglichkeiten wohl grenzenlos…
Aufgrund der Sicherheitsbedenken und der unterschiedlichen Motive wird sich laut Befragung voraussichtlich eine gemischte IT-Umgebung aus herkömmlicher Informatik durchsetzen, in der Services in Form von Public und Private Cloud existieren. Zwei Jahre nach der ersten Befragung zu Cloud Computing hat sich jedoch gezeigt, dass Unternehmen sich des Themas annehmen müssen.
Stochern im Nebel statt Strategie zum Cloud Computing bei Unternehmen laut PwC-Studie
In einer Studie von PricewaterhouseCoopers bieten momentan die Hälfte der befragten Anbieter ausschliesslich Private Cloud-Umgebungen an und ein Viertel Public Cloud, während ein Viertel beide Arten anbietet. Allerdings sind nach Einschätzung der befragten Provider umfassende Strategien zum Cloud Computing bei den Nutzern trotz hohem Interesse nicht sehr ausgereift. So hätten bisher nur wenige Nutzer eine umfassende Cloud-Strategie, die mit der IT-Strategie des Unternehmens harmonisiert ist, wie es in der Studie heisst.