Verordnung zur Abzocker-Initiative per 1.1.2014 in Kraft

Die Volksinitiative „gegen die Abzockerei“ wird am 1. Januar 2014 in Kraft gesetzt. Als Ausführungsbestimmung hat der Bundesrat am Mittwoch die Verordnung gegen übermässige Vergütungen rechtskräftig verabschiedet. Die neue Verordnung, die auf den gleichen Zeitpunkt in Kraft gesetzt wird, betrifft laut Medienmitteilung börsenkotierte Gesellschaften und Vorsorgeeinrichtungen.

Generalversammlung stimmt über die Vergütungen ab

Gemäss den neuen Bestimmungen stimmt die Generalversammlung künftig jährlich über die Vergütungen an die Mitglieder des Verwaltungsrats, des Beirats und der Geschäftsleitung ab. Die Abstimmungen haben bindende Wirkungen; blosse Konsultativabstimmungen sind unzulässig, wie es in der Medienmitteilung zur verabschiedeten Verordnung heisst. Die Gesellschaft regelt in den Statuten die Einzelheiten der Abstimmungen und das weitere Vorgehen bei einer Ablehnung.

Gewisse Vergütungen sind verboten – Antrittsentschädigungen erlaubt

Verboten sind künftig Abgangsentschädigungen, Provisionen für konzerninterne Umstrukturierungen und Vergütungen, die im Voraus entrichtet werden. All diese Vergütungen sind auch dann unzulässig, wenn der Begünstigte sie für Tätigkeiten in anderen Unternehmen des Konzerns erhält, wie der Bundesrat in der Mitteilung schreibt.
Antrittsprämien seien hingegen weiterhin zulässig.

Abgemilderte Strafbestimmungen

Der Strafrahmen wurde laut Mitteilung stärker auf den Unrechtsgehalt des jeweiligen Verhaltens abgestimmt. Eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren und Geldstrafe ist nur noch vorgesehen, wenn Mitglieder des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung oder des Beirats unzulässige Vergütungen ausrichten oder beziehen. Die Täter müssten zudem „wider besseren Wissens“, also mit direktem Vorsatz handeln.

Stimmpflicht laut Verordnung – Offenlegung bei Vorsorgeeinrichtungen 

Die Vorsorgeeinrichtungen müssen über die in der Verordnung geregelten Aspekte abstimmen. Für welche Abstimmungen Stimmpflicht besteht, ist in der Verordnung geregelt (siehe Tagesanzeiger). Eine Stimmabgabe erforderlich ist für Verwaltungsratswahlen, Abstimmungen über Vergütungen sowie bei gewissen Statutenbestimmungen.
Zudem müssen sie ihre Stimmrechte im Interesse der Versicherten ausüben. Auf die Stimmabgabe kann im Vorfeld der Generalversammlung nicht verzichtet werden; die Stimmenthaltung bei einzelnen Traktanden bleibt jedoch zulässig. Die Vorsorgeeinrichtungen müssen ausserdem ihr Stimmverhalten transparent machen.

Titel der Verordnung geändert

Aufgrund der Vernehmlassung wurde der Kritik Rechnung getragen und der Titel der Verordnung geändert. Die „Verordnung gegen die Abzockerei“ heisst nun „Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften“.

Übergangsbestimmungen

Nach Inkrafttreten der Verordnung per 1. Januar 2014 gelten allerdings für Aktiengesellschaften und Vorsorgeeinrichtungen in mehreren Bereichen Übergangsfristen.

Prognose: UBS erwartet Wachstum von 2% für 2014 und tiefe Teuerung

Die Grossbank UBS erhöht ihre Wirtschaftsprognosen für die Schweiz. Neu geht die Bank für 2013 anstelle von 0,9 Prozent von einem erwarteten Wachstum von 1.8 Prozent aus. Für 2014 erhöht die UBS die Prognose von 1.3 Prozent auf neu 2.0 Prozent, wie die UBS in einer Mitteilung schreibt. Die UBS rechnet 2014 im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenrate von 3.3 Prozent, was einen geringeren Anstieg bedeute als bisher prognostiziert. Für dieses Jahr erwarten die Ökonomen eine durchschnittliche Jahresteuerung von -0.2 Prozent, für nächstes Jahr geht man von einem Anstieg der Teuerung von 0.7 Prozent aus.

Basis für weiteres Wachstum
Gemäss UBS liegen die Gründe für die Anpassungen der Prognosen in den überraschend guten Entwicklung diverser Indikatoren. So hat das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz gemäss den jüngsten Schätzungen des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2.5 Prozent zugelegt. Gestützt wurde das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal durch den Privatkonsum, welcher sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3.0 Prozent erhöhte (gegenüber Vorquartal 0.7% ). Erfreulich entwickelt hätten sich erstmals seit einem Jahr auch wieder die Ausrüstungsinvestitionen (+2.9% zum Vorquartal).

Schritte vor möglicher Zinserhöhung
Die Teuerung sei zurzeit noch kein Thema. Allerdings sei seit einigen Monaten ein Anstieg der Preise für inländische Güter erkennbar. Sollte sich der Preisanstieg in den nächsten Monaten beschleunigen, werde sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) Gedanken über eine Straffung ihrer ultra-expansiven Geldpolitik machen müssen. Der erste Schritt in Richtung einer Straffung der Geldpolitik bestünde gemäss Ausführungen der UBS in der Aufgabe der Kursuntergrenze und einer Abschöpfung der Überschussliquidität. Erst danach könne die SNB die Zinsen anheben.

Immobilienmarkt als Treiber
Die ultra-expansive Geldpolitik sei eigentlich auf Krisenländer zugeschnitten. Für die gesunde Schweizer Binnenwirtschaft sei diese Politik jedoch viel zu expansiv ist. Die expansive Geldpolitik widerspiegele sich aber auch immer deutlicher in der Kreditentwicklung, wobei nicht zuletzt die günstigen Kredite die Binnenwirtschaft über den Immobilienmarkt angetrieben haben, wie die UBS weiter schreibt.

Einig über das Wachstum der Schweizer Wirtschaft sind sich gleich mehrere Forschungsgruppen. Erst heute vermeldete die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, das von ihr befragte Konjunkturexperten die Erwartungen für die Schweizer Wirtschaft nach oben angepasst haben. Positive Einschätzungen gaben gestern ebenfalls BAK Basel und die Credit Suisse ab.

Prognose KOF ETH: Experten passen Erwartungen für 2014 nach oben an

Von KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich befragte Konjunkturexperten prognostizieren für das kommende Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts von 1.9 Prozent (nach 1.7% in der letzten Umfrage vom Juni). Für dieses Jahr rechnen die Experten mit einem BIP-Anstieg von 1.6 Prozent (Juni: 1.3%). Bei den langfristigen Zinsen erwarten sie eine Wende, wie die KOF ETH heute in einer Medienmitteilung schreibt. Gemäss Befragung von Konjunkturexperten per September 2013 – nicht mit der Konjunkturprognose der KOF zu verwechseln – wurden die Erwartungen für die Schweizer Wirtschaft nach oben angepasst. Bereits gestern veröffentlichte BAK Basel eine Prognose, die von einem kräftigen BIP-Wachstum im nächsten Jahr ausgeht, die Erwartungen der Credit Suisse für das Schweizer Wirtschaftswachstum fielen ebenfalls positiver aus.

Bessere Prognosen 2013 – deflationäre Preisentwicklung

Für das laufende gehen die befragten Ökonomen von einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1.6 Prozent aus (gegenüber Juni-Befragung von 1.3%). Zudem korrigieren die Konjunkturprognostiker ihre Prognose für die Zunahme der realen Bau- und Ausrüstungsinvestitionen leicht nach oben. Der Consensus-Wert für die realen Bau- und Ausrüstungsinvestitionen liegt bei 1.1 Prozent in diesem Jahr (Juni: 1.0%). Für die Exporte bleibt die Prognose unverändert mit einem erwarteten Anstieg von 1.7 Prozent, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Consensus-Werte für die Konsumentenpreise deuten mit einem Rückgang von –0.2 Prozent nun auf eine deflationäre Preisentwicklung hin (Juni: 0.0%). Für den Arbeitsmarkt behielten die Experten ihre Einschätzungen bei: Sie gehen weiterhin von einer Arbeitslosenquote von 3.2 Prozent für dieses Jahr aus.

Deutliche Zunahme von Bau- und Ausrüstungsinvestitionen 2014 und bei Exporten

Für 2014 erwarten die Prognostiker einen Anstieg des BIP von 1.9 Prozent, was leicht höher liegt als die Angabe von 1.7 Prozent im Juni. Die Einschätzungen für 2014 bezüglich der Zunahme der realen Bau und Ausrüstungsinvestitionen sowie der Exporte haben die befragten Ökonomen gemäss Medienmitteilung deutlich nach oben revidiert.

Sie erwarten ein Wachstum der Schweizer Exporte von 4.2 Prozent im kommenden Jahr (Juni-Wert: 3.7%), bei den realen Bau- und Ausrüstungsinvestitionen geben sie nun einen Anstieg von 2.6 Prozent an (letzte Befragung: 2.2%). Die Veränderung der Konsumentenpreise sehen die Konjunkturexperten bei 0.5 Prozent( Juni-Einschätzung: 0.7%), wie die KOF ETH in der Mitteilung weiter schreibt.

Die Erwartung an die Entwicklung der Arbeitslosenquote ist unverändert: Nach 3.2 Prozent in der Juni-Umfrage liegt der Consensus-Wert für die Arbeitslosenquote für das kommende Jahr ebenso wie für 2013 bei 3.2 Prozent.

Langfristig höhere Zinsen – Höchststände bei der Börse erwartet

Marginal nach oben korrigiert haben die befragten Ökonomen ihre Prognose für die kurzfristigen Zinsen mit einem Wert von 0.05 Prozent in drei Monaten und von 0.16 Prozent in zwölf Monaten (Juni-Umfrage: 0.04 Prozent in drei Monaten und 0.11 Prozent in zwölf Monaten). Die Zinswende bei den kurzfristigen Zinsen wird somit nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer im Prognosezeitraum noch nicht erfolgen.

Für die Entwicklung der langfristigen Zinsen revidierten die Wirtschaftsexperten ihre Erwartungen jedoch deutlich nach oben. Für den Kassazins der 10-jährigen Bundesobligation rechnen sie neu mit 1.1 Prozent in drei Monaten und 1.5 Prozent in zwölf Monaten (Juni-Werte: 0.8% bzw. 1.1%), wie es weiter heisst.

An der Schweizer Börse erwarten die Wirtschaftsexperten längerfristig eine Rückkehr zu den Höchstständen im Mai 2013. Kurzfristig dürfte das aktuelle Niveau laut Mitteilung ungefähr gehalten werden. Sie gehen von einem Wert des Swiss Performance Index (SPI) von rund 7600 in drei Monaten aus. In zwölf Monaten dürfte der SPI wieder auf fast 7900 Zähler steigen.

Für den Wechselkurs des Frankens gegenüber dem Euro zeigt der Consensus einen Kurs von 1.24 in drei Monaten. Beim Franken/Dollarkurs rechnen die Experten mit 95 Rappen pro Dollar. Längerfristig (in zwölf Monaten) dürfte der Franken gegenüber dem Euro bei 1.25 zu liegen kommen, gegenüber dem Dollar dürfte der Kurs bei 0.98 Franken pro Dollar stehen.

Prognose: Kräftiges Wachstum der Schweizer Wirtschaft für 2014/15 laut BAK – CS sieht Beschleunigung für 2014

Die Schweizer Wirtschaft wird in den beiden kommenden Jahren einem kräftigen Wachstum entgegensehen. Die Mischung aus einer anhaltend robusten Binnenkonjunktur und den sich allmählich verbessernden Exportaussichten für das verarbeitende Gewerbe wird das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2014 um 2.2 Prozent steigen lassen, wie BAK Basel heute in einer Medienmitteilung schreibt. Für das Jahr 2015 rechne BAK Basel durch die Impulse einer weiter voranschreitenden globalen Erholung mit einem Wachstum um die 2.5 Prozent. Bereits für 2013 lässt dieselbe Mischung verschiedener Faktoren die Wachstumserwartung spürbar ansteigen (+1.9%). Trotz der hohen Wachstumsraten ist zu erwarten, dass sowohl die Schweizer Teuerungsraten wie auch die Zinsen im Prognosezeitraum nach Einschätzung der BAK Basel nur moderat steigen werden. Der Inflationsdruck wird durch die zunächst noch unterausgelasteten industriellen Kapazitäten, den weiterhin starken Franken und die rege Zuwanderung gedämpft, wie BAK Basel weiter schreibt.

Credit Suisse optimistisch für 2014
Ähnlich positiv fallen die Prognosen der Credit Suisse aus. Demnach wird sich das Schweizer Wirtschaftswachstum im Jahr 2014 auf 2.0 Prozent beschleunigen. Gemäss CS-Ökonomen profitiert einerseits die Exportindustrie von der Erholung der Weltwirtschaft, andererseits befindet sich die Binnenwirtschaft weiterhin in einem Super-Zyklus, der durch tiefe Zinsen und hohe Zuwanderungsraten genährt wird, wie die Credit Suisse in der heutigen Pressemitteilung schreibt. Der solide Wachstumsausweis und die guten Aussichten für die Schweizer Wirtschaft werfen auch die Frage nach einem „Exit“ der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von der Wechselkursuntergrenze auf, wie es in der Mitteilung heisst. Aus heutiger Sicht gehen die Ökonomen der Credit Suisse davon aus, dass der EUR/CHF-Mindestkurs von 1.20 wohl bis mindestens Ende 2014 bestehen bleibt, wie es weiter heisst.

Keine Änderungen 2014 bei Berufskostenpauschalen, Naturalbezügen und Ausgleich der kalten Progression

Bei den Pauschalabzügen für Berufskosten ergeben sich im Steuerjahr 2014 keine Änderungen gegenüber dem Vorjahr. Weiterhin gilt bei der direkten Bundessteuer die Verordnung vom 10. Februar 1993 über den Abzug von Berufskosten bei unselbständiger Erwerbstätigkeit. Ebenfalls keine Anpassungen zu verzeichnen sind bei den Ansätzen für die Bewertung von Naturalbezügen, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV in einem Rundschreiben mitteilt. Für Selbständigerwerbende ist weiterhin das Merkblatt N1/2007 und für Arbeitnehmende das Merkblatt N2/2007 massgebend.

Zudem erfolge aufgrund der negativen Teuerung für das Steuerjahr 2014 kein Ausgleich für die Folgen der kalten Progression (wie bereits im Steuerjahr 2013). Der Ausgleich dieser Folgen geschieht jährlich gemäss Stand des Landesindexes der Konsumentenpreise jeweils am 30. Juni vor Beginn der Steuerperiode, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Startup: Mehr Komfort beim Wintersport mit neuartigem Skischuh von Dahu

Pures Vergnügen ist es, stiebend auf Skiern im Pulverschnee talwärts zu schweben. Doch mit Skischuhen aus Hartplastik fühlt es sich manchmal eher an, als ob die Füsse in einem Schraubstock stecken würden. Längere Strecken mit solchen Boots zu Fuss zurücklegen – No way. Gesucht sind multifunktionelle Skiboots, die beim Skifahren Stabilität bieten, sich zugleich aber für diverse andere Aktivitäten wie Wandern, Shopping oder gar Autofahren eignen. Eine mögliche Alternative für herkömmliche Skischuhe könnte deshalb das neuartige Konzept der Dahu Sports Company Ltd. sein.

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Start mit einer Kleinserie

Das Jungunternehmen entwickelt und vermarktet Skischuhe, die verschiedenen Ansprüchen für einen gelungenen Wintersporttag genügen sollen, wobei der Komfort im Zentrum steht. Die Idee: Den Innenschuh umgibt ein sogenanntes Exoskelett, welches sich nach der sportlichen Betätigung entfernen lässt. Der Innenschuh ist so konzipiert, dass er sich bequem für diverse Aktivitäten abseits der Piste tragen lässt. „Wir sind überzeugt, dass beim Wintersport Komfort und Zweckmässigkeit eine immer grössere Rolle spielt“, sagt Firmengründer Nicolas Frey. Er hat selber am Konzept getüftelt, und er kennt als Marketingspezialist die Wünsche der Kundschaft.

Das Jungunternehmen stellte Konzept und Prototyp des Skischuhs erstmals an der internationalen Sportmesse ISPO in München mit Erfolg einem breiteren Publikum vor. „Dahu strebt einen Soft Launch mit einer Kleinserie an“, sagt Frey. Er hofft, dass sich sogenannte Early Adopters von den Vorteilen des neuen Skischuhs überzeugen lassen. An den Start geht Dahu mit seiner Idee in Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz, wobei man in ausgewählten Sportgeschäften vertreten sein will.

Due Diligence durch Community

Dahu hat in einer ersten Finanzierungsrunde von Investoren etwa eine Million Franken eingesammelt. Die Kapitalerhöhung ermöglicht es Dahu, bereits diesen Sommer in Produktion zu gehen, denn per Ende November 2013 sollen die ersten 1‘500 Paar Boots für die kommende Wintersaison in den Regalen stehen. Produziert werden sollen die Schuhe von spezialisierten Unternehmen in Italien. Gegründet hat die Dahu Sports Company Ltd. Nicolas Frey im Jahr 2011. Über die offene Schweizer Venture Capital Plattform investiere.ch haben Privatinvestoren rund CHF 320‘000 platziert. Des Weiteren sind zwei Freiburger Organisationen für Wirtschaftsförderung sind beteiligt und der Business Angel Club BAS.

Die Plattform investiere.ch verfolgt bei der Zu- oder Absage von Venture-Kapital ein spezielles Vorgehen, wobei die Möglichkeiten moderner Kommunikationskanäle systematisch genutzt werden. Neben einer internen Prüfung (Due Diligence) der Anträge für eine Beteiligung an einem Jungunternehmen erfolgt eine weitere Begutachtung durch die Investoren-Community selbst. Über die Plattform sind nach Lancierung des Investmentangebots für alle Mitinvestoren die jeweils wichtigen Details ersichtlich. Die Plattform ermöglicht auf einfache Weise den Austausch unter potenziellen Investoren. Vorteil: Jungunternehmen erhalten rasch Rückmeldungen. Zudem profitieren sie von der Branchenerfahrung der Investoren. Kritische Nachfragen aus der Investorengemeinde fördern die Auseinandersetzung mit dem Business-Modell und führen schliesslich zu einer Art Qualitätskontrolle. Denn neben dem Vertrauen in das Management ist für Investoren immer eine Frage entscheidend: Hat das Produkt einen Markt und eine Zukunft?

Ähnliches Prinzip gab es schon

Ähnliche Konzepte mit einem multifunktionalen Skischuh gab es bereits in den siebziger Jahren. Grosse Hersteller von Wintersportgeräten entwickelten nach einem ähnlichen Prinzip einen Skischuh mit abnehmbarer Plastikschale. Der Skischuh blieb damals allerdings ein Nischenprodukt, denn die Versprechen bezüglich Komfort konnte der Hersteller nicht ganz erfüllen. Dagegen spricht Frey von der Einzigartigkeit der Idee. „Der Ansatz von Dahu ist zwar ähnlich, aber Konzept, Design und Vermarktung sind vollkommen anders“, sagt Nicolas Frey. Schliesslich ist Frey überzeugt, dass sich die Kundschaft den Komfort etwas kosten lässt. Der Preis für den neuartigen Skischuh soll sich laut Aussage im mittleren bis oberen Segment bewegen.

FER 26: Ergänzungen zu Ausweis der Vermögensverwaltungskosten – in Kraft per 1.1.2014

An der Fachkommissionssitzung der Swiss GAAP FER vom 17. Juni 2013 wurde die neue FER 26 Vorsorgeeinrichtungen verabschiedet (Rechnungslegung von Vorsorgeeinrichtungen, 2013). Die überarbeitete Fachempfehlung FER 26 tritt per 1. Januar 2014 in Kraft, eine frühzeitige Anwendung ist erlaubt, wie die Stiftung für Fachempfehlungen zur Rechnungslegung in einer Mitteilung schreibt. FER 26 Vorsorgeeinrichtungen berücksichtigt die erhöhten Transparenzanforderungen, welche aus den Änderungen des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) und dessen Verordnungen aufgrund der Strukturreform in der beruflichen Vorsorge per 1. Januar 2012 resultieren. Eine Weisung der Oberaufsichtskommission Beruflichen Vorsorge zum Ausweis der Vermögensverwaltungskosten (OAK BV, W – 02/2013) macht zudem Ergänzungen notwendig.

Das Ziel der Weisung der OAK BV sei es, die Transparenz der Gebühren für Vermögensverwaltung, insbesondere im Bereich der Kollektivanlagen, zu erhöhen. Dabei gelte es unter anderem, die nicht explizit in Rechnung gestellten Kosten in der Betriebsrechnung zu erfassen und im Anhang zu erläutern. Sowohl die Strukturreform als auch die Weisung der OAK BV machten deshalb Ergänzungen der FER 26 im Bereich der Betriebsrechnung (Ziffer 8), des Anhangs (Ziffer 9) und der diesbezüglichen Erläuterungen (Ziffern 17 und 18) notwendig, wie die Stiftung weiter schreibt.

Daneben wurden in der vorliegenden Fassung verschiedene redaktionelle Präzisierungen und Ergänzungen vorgenommen, welche sich seit der ersten Fassung vom 1. Januar 2004 aufgrund der Erfahrungen aus der Praxis ergeben haben. Nach Beratung in der Expertengruppe unter Einbezug der OAK BV und dem Fachausschuss wurde der Entwurf an der Sitzung der Fachkommission vom 17. Juni 2013 verabschiedet.

Einen interessanten Artikel zur Strukturreform in der beruflichen Vorsorge finden Sie hier („KMU Praxis“ der OBT AG).

Startup: Attolight bringt Licht in die Nanowelt

Elektronische Geräte müssen immer leistungsfähiger sein, Handys zusätzliche Funktionalitäten aufweisen. Um den Wunsch der Kundschaft erfüllen zu können, sind neue Erkenntnisse etwa in der Materialforschung notwendig. Und bei der Konzeption und Qualitätskontrolle von neuen Materialien kommen die Apparaturen von Attolight ins Spiel. Die Technik eröffnet bei der Anwendung von Materialien neue Möglichkeiten. Das Startup-Unternehmen erlaubt mit seinen innovativen Produkten neue Einsichten in der Materialforschung und -entwicklung. Als Spinoff der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) ist Attolight nach ein paar Jahren mit seinen Produkten bereits weltweit in wichtigen Forschungszentren vertreten. Attolight bietet neben Analysegeräten auch Services und technische Unterstützung insbesondere für die Halbleiterindustrie und für Laboratorien im Bereich der Forschung und Entwicklung.

Kombination von Techniken mit neuartigen Funktionalitäten

Als der Gründer von Attolight, Samuel Sonderegger, seine Doktorarbeit im Bereich der Physik beendet hatte, war er von einer gewissen Einzigartigkeit der Apparatur überzeugt. Bei der wissenschaftlichen Arbeit ging es um die Mitentwicklung eines Demonstrators, mit dem sich Materialien, die bei LED-Leuchtdioden Verwendung finden, auf neuartige Weise testen lassen. Auf Basis seiner wissenschaftlichen Arbeit entwickelten Sonderegger und der Mitgründer Jean Berney nach dem Doktorat als Prototyp ein neuartiges Messgerät. Einige für den Bau des Gerätes benötigte Techniken waren zwar nicht neu, aber die innovative Kombination der Elemente ermöglichte völlig neuartige Funktionalitäten. Dieser Prototyp bildete die Basis für die Produkte von Attolight, die das Resultat neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse mehrerer Disziplinen sind.

Fotoapparat für neue Möglichkeiten in der Materialforschung

Im Kern handelt es sich um eine Art Fotoapparat, der Strukturen im Nanobereich sichtbar machen und gleichzeitig deren Funktionen testen kann. Grundlage der Messtechnik bildet das sogenannte Kathodoluminiszenzverfahren. Dabei nutzt man wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich der Spektroskopie. Basis der Forschung ist die Tatsache, dass für jedes Material ein bestimmtes Emissionsspektrum charakteristisch ist. Mittels Spektroskopie lässt sich dieses Emissionsspektrum mit einer örtlicher Auflösung von einigen Nanometern betrachten. Auf diese Weise kann man  beispielsweise Verunreinigungen oder Defekte im Kristallgitter eines Materials erkennen, denn diese Bereiche emittieren ein anderes Spektrum als das umgebende Material. Die Geräte von Attolight ermöglichen es zudem, Materialfehler genau zu lokalisieren und in einer Karte festzuhalten. Die neue Art der Analyse erlaubt es, Ausschussware nicht nur zu bestimmen, sondern auch die Gründe für den Materialdefekt zu eruieren. Mit herkömmlichen Techniken sind solche Deformationen in Kristallgittern gar nicht oder nicht mit der nötigen Präzision zu erkennen. Die zerstörungsfreie Analyse der Struktur und Beschaffenheit von Materialien erschliesst den Produkten von Attolight deshalb neue Möglichkeiten.

Testfunktion als zusätzlicher Vorteil

Abbildungstechnik gibt es zwar schon lange, doch das Gerät von Attolight weist zugleich eine Testfunktion auf. „Die Möglichkeit, während der Analyse Tests durchführen zu können, ist der entscheidende Beitrag von Attolight“, sagt Samuel Sonderegger. Denn die Elektro- und die Halbleiterindustrie arbeiten zwar schon lange im Nanobereich. Doch weil beispielsweise Mikrochips immer kleiner werden, die Schaltkreise aber gleichzeitig immer umfangreicher werden, hat die Industrie mit einem Messproblem zu kämpfen. Das Problem zeigt sich dann, wenn man etwa bei Mikrochips gleichzeitig die Funktionalitäten und die Strukturen untersuchen will. Zum Vergleich: Ein Verbrennungsmotor lässt sich zwar im Stillstand analysieren, doch wissenschaftlich viel aufschlussreicher ist es, ein solches Aggregat im Betrieb und allenfalls an der Belastungsgrenze zu beobachten.

Attolight bedient sich dabei eines Rasterelektronenmikroskops – nicht zu verwechseln mit der Rastertunnelmikroskop – welches mit einer Testeinrichtung kombiniert wird. Auf Basis des gleichen Maschinentyps lassen sich laut Aussage für jede Industrie die spezifischen Eigenschaften konfigurieren.

„Robuster technischer Vorsprung“

Attolight bewegt sich aus mehreren Gründen an der Spitze der wissenschaftlichen Forschung. Zum einen betrifft dies die Entwicklung der eigenen Apparaturen. „Unser technische Vorsprung ist ziemlich robust,“ sagt Sonderegger. Die Konkurrenz – Sonderegger zählt zwischen fünf bis zehn Hauptkonkurrenten – mache Ähnliches mit anderen Technologien, aber sie erreiche schlechtere Funktionalitäten, so dass deren Messungen weniger genau seien und viel länger dauerten. Zum anderen beliefert Attolight Forschungslaboratorien auf der ganzen Welt. Für die Anwendung der Technik in der Halbleiterindustrie hat Attolight erst letzten Herbst mit dem renommierten CEA-Leti ein gemeinsames Entwicklungsprogramm vereinbart. Das Leti-Institut des CEA in Grenoble ist spezialisiert auf Forschungen für Anwendungen auf Basis der Nanotechnologie sowie Analyseverfahren in der Materialforschung und -entwicklung für die Halbleiterindustrie.

Chinesischer Markt mit Potenzial

Grosse Bedeutung hat für Attolight ebenfalls der chinesische Markt. Auf die Gefahr angesprochen, dass die Geräte in China allenfalls kopiert werden könnten, gibt sich Samuel Sonderegger gelassen. Zwar stünden die Produkte von Attolight auch in China unter Patentschutz, allerdings sei dieser dort eher psychologisch wichtig. Entscheidender sei die Tatsache, dass die Geräte eine hohe Komplexität aufwiesen und dass die Herstellung spezielle Fähigkeiten erfordere. Zudem würden wichtige Elemente der Attolight-Apparaturen bei einer Demontage funktionsuntüchtig oder bei der Software sei eine Reihe von Sicherheiten eingebaut. Diese Umstände böten einen gewissen Kopierschutz.

Chinesische Vertriebspartner sind verpflichtet, sich in der Schweiz an den Attolight-Geräten schulen zu lassen. Da potenzielle Partner den Aufenthalt in der Schweiz selbst bezahlen müssten, erkenne man schnell, wer es von den chinesischen Partnern mit einer Kooperation beim Vertrieb ernst meine. Beim Vertrieb für den chinesischen Markt arbeitet Attolight überdies mit Quantum Design China zusammen, einer chinesischen Tochterfirma der amerikanischen Quantum Design.

Vertrieb und Herstellung mit Partnern

Attolight hat zwei Finanzierungsrunden mit Beteiligung der Zürcher Kantonalbank, der Aargauischen Kantonalbank, dem StartAngels Nework und Investiere.ch abgeschlossen. Gemäss Samuel Sonderegger plant Attolight momentan keine neue Finanzierungsrunde. Grundsätzlich wolle sich Attolight zusätzliche finanzielle Mittel durch seine Geschäftstätigkeit erarbeiten. Je nach Situation könne sich ein zusätzlicher Kapitalbedarf ergeben. Momentan seien lose Diskussionen mit einem Corporate Investor in Gange. Es geht dabei um eine vollautomatische Auslegung der Geräte für eine industrielle Anwendungen.

Bei der Herstellung der Geräte arbeitet Attolight mit spezialisierten Partnern zusammen. Damit sei man kostengünstig und auf diese Weise lasse sich die Stückzahl im Bedarfsfall schnell erhöhen. „Wir haben keine strategische Absicht, alles selber herstellen zu wollen“, sagt Sonderegger. Der Firmenname Attolight verweist übrigens einerseits auf die Klassifizierung im Nanobereich – im metrischen Masssystem bezeichnet „atto“ die Zahl 10 hoch minus 18 –, andererseits auf das Lichtspektrum.

Startup: Pemred will bei Autoabgasen die Filtertechnik revolutionieren

Beim ersten Anblick des Geräts aus poliertem Stahl geht einem der Gedanke an ein Musikinstrument durch den Kopf. Das Startup-Unternehmen Pemred will mit der Vorrichtung bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren die Filtertechnik optimieren. Die spezielle Form des Rohrs soll es ermöglichen, Kleinstpartikel effizient aus Abgasen herauszufiltern. Das Unternehmen sieht Marktchancen im Hinblick auf die verschärften Euronormen für Abgase bei Verbrennungsmotoren aller Art.

Das Bundesamt für Umwelt BAFU hält die Belastung der Luft mit winzigen Staubteilchen für „eine der grössten Herausforderungen“ in der Luftreinhaltepolitik. Gemäss Studien sind Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen oder Lungenkrebs auch die Folge davon, dass wir zu viele Kleinstpartikel einatmen. Es gilt zudem wissenschaftlich als erwiesen, dass Kleinstpartikel weiter in den Körper vordringen können als grössere Russteilchen. Solche Partikel entstehen in grossen Mengen bei Verbrennungsprozessen in Heizungen und Grosskraftwerken sowie in der Fracht- und Passagierschifffahrt, Verursacher dieser Art von Luftverschmutzung ist aber auch der Individualverkehr.

Entscheidende Entdeckung

Eigentlich beschäftigt sich David Katoshevski im Rahmen seiner Forschungen mit der Optimierung von Verbrennungsmotoren. Mit den Resultaten aus der Aerosol-Forschung beispielsweise lässt sich die Einspritztechnik moderner Verbrennungsmotoren verbessern. Bei Verbrennungsmotoren finden sich in den Abgasen vor allem Kleinstpartikel im Form von nicht verbrannten Schwebeteilchen des Treibstoffs oder Russ. David Katoshevski von der Ben Gurion Universität in Israel entdeckte, dass Russpartikel in bestimmten Situationen kollidieren und dann aneinander kleben bleiben. Diese Erkenntnis war Ausgangspunkt weiterer Forschungen zur Verbesserung der Filtertechnik.

Problembereich Filter

Gas mit Kleinstpartikeln im Nanometerbereich durchströmt einen herkömmlichen Filter. Je kleiner die Partikel sind, die in einen Filter gelangen, desto dichter wird die Ablagerung darin. Ablagerungen im Filter können den Durchfluss von Abgasen vermindern, was im Motor zu Überhitzung und im schlimmsten Fall zum Ausfall führen kann. Kommt hinzu, dass Filter einem durchfliessenden Gasstrom Partikeln derart entziehen müssen, dass sowohl Teilchen im Nanometerbereich (10 hoch minus 9) als auch im Mikrometerbereich (10 hoch minus 6) zurückbehalten werden. Als Vergleich: Ein solcher Filter müsste Teilchen sowohl von der Grösse eines Tennisballs ausscheiden als auch solche von der Grösse eines Hochhauses. Je nach Masse und Grösse reagieren die Partikel nämlich unterschiedlich auf die Geschwindigkeit des Gasflusses. Sind die Teilchen grösser, ist sowohl eine effiziente Filterung als auch der Durchfluss des zu filternden Gases eher gewährleistet.

Wirkung mit spezieller Form: Der Pemred PAI als effiziente Vorrichtung in der Filtertechnik (pemred.ch)

Und genau an diesem Punkt soll die von der Firma Pemred entwickelte Vorrichtung einsetzen. Beim Pemred PAI (Particle Agglomeration Inducer) handelt es sich um ein Stahlrohr, das in der Längsachse regelmässige Auswuchtungen gleichen Durchmessers aufweist. Die Form des von Pemred entwickelten Rohrs nutzt das Prinzip der stehenden Geschwindigkeitswelle („Standing Wave“). Gemäss Pemred-CEO Avigdor Luttinger handelt es sich um einen „virtuellen Filter“, der einem Gasstrom zwar keine Partikel entzieht, aber Schwebstoffe dazu bringt, die Kleinstpartikel zu grösseren Konglomeraten zu vereinen.

Die Verdichtung und Gruppierung von Kleinstpartikeln (Investiere.ch)

Dadurch lässt sich eine grössere Anzahl von Kleinstpartikeln herauszufiltern und gleichzeitig die Nutzungsdauer der Filter erhöhen. „Wir sehen den Pemred PAI als eine Ergänzung der Filtertechnik“, sagt Avigdor Luttinger. Denn Autohersteller stehen bei der Filtertechnik vor verschiedenen Herausforderungen. Entweder setzen sie kräftigere Filtertechniken ein, was die Fahrzeuge teurer macht, oder sie können bestehende Arten von Filtern optimieren. Zudem müssen Neuwagen schon bald schärfere Abgasnormen erfüllen.

Strengere Euronorm

Bei der Filterung von Kleinstpartikeln setzt die Euronorm 5 den Grenzwert für Kleinstpartikel bei 5 Milligramm pro Kilometer. Neu soll dieser Grenzwert auf 4.5 Milligramm pro Kilometer gesenkt werden. Da die Kleinstpartikel eine geringe Masse aufweisen, haben Änderungen beim Gewicht als Grenzwert relativ wenig Einfluss auf die Emission von Partikeln. Grundsätzlich will der Regulator die Anzahl der ausgestossenen Nanoteilchen verringern. Ab 2017 soll bei benzinbetriebenen Neuwagen neben dem Gewicht auch die Anzahl der ausgestossenen Partikel einer Norm unterliegen.

Patent für ein Vorfilter

Das von Pemred entwickelte Produkt muss für jeden Motorentyp spezifisch konfiguriert werden. Deshalb hat die Vorrichtung beispielsweise je nach Motor eine unterschiedliche Länge. Die Pemred-Technik soll in einer ersten Phase bei Neuwagen zum Einsatz kommen. Für den europäischen Markt hat das Unternehmen bereits Patentschutz erhalten, jener für die USA ist noch in Prüfung, nicht jedoch für Asien. Wegen der strengeren Abgasvorschriften in Europa – gemäss Avigdor Luttinger werden solche in den USA wahrscheinlich auch eingeführt– kommen allerdings japanische und koreanische Automobilhersteller ohnehin nicht darum herum, neuste Filtertechnik einzusetzen. Angesprochen auf die mögliche Gefahr, dass Konkurrenten ein ähnliches Produkt auf den Markt bringen könnten, winkt Luttinger ab. „Damit der Pemred PAI die Funktion erfüllen kann, sind umfangreiche Abstimmungen und Messungen sowie Adaptionen auf die jeweiligen Motorentypen notwendig“, sagt Luttinger. Deshalb sei Pemred überzeugt, auf diesem spezifischen Gebiet der Filtertechnik einen gewissen Wissensvorsprung zu haben.

Grundsätzlich lassen sich gemäss Avigdor Luttinger die Filter bei allen Arten von Verbrennungsmotoren optimieren. Neben der Bestückung von Neuwagen gebe es bei der Nachrüstung von bereits genutzten Fahrzeugen viel zu tun. Da die Lebensdauer von Bussen und Lastwagen viel länger ausgelegt ist als jene von Personenwagen, sieht Luttinger auch bei diesen Fahrzeugen Einsatzmöglichkeiten – und einen grossen Markt. „Auch bei einer strengeren Abgasnorm werden alte Fahrzeuge nicht einfach aus dem Verkehr gezogen“, meint Luttinger. Zudem gebe es in vielen Städten sogenannte LEZ (Low Emission Zone), in denen tiefere Grenzwerte gelten, was oft eine Nachrüstung erforderlich mache.

Test bisher positiv verlaufen

Momentan wird die neuartige Vorrichtung noch umfangreichen Tests unterzogen, durchgeführt in Zusammenarbeit mit zwei Autohersteller und mit dem Institut für Thermodynamik der Berner Fachhochschule in Biel. Im Oktober 2012 erfolgten bereits Tests an Personenwagen, im Dezember bei einem Lastwagen. „Den Beweis, dass das System funktioniert, haben wir erbracht“, sagt Avigdor Luttinger. In der jetzigen Phase des Projekts geht es gemäss Luttinger noch um Optimierungen, wobei die Messungen und Tests noch bis Ende dieses Jahres weitergeführt werden sollen. Für zusätzliche Tests und die Feinjustierung benötigt Pemred noch Kapital. „Priorität haben Investitionen in den aktuellen Projekten “, sagt Luttinger. Der Plan sehe vor, im Verlaufe des Jahres 2014 erste Serien von Neuwagen auszurüsten. Rückmeldungen aus Fachkreisen anlässlich der NCP-Konferenz an der ETH seien positiv verlaufen. Mehrere weitere Autohersteller zeigen laut Luttinger Interesse am Einsatz des Pemred-PAI.

Um den Ausstoss von Kleinstpartikeln im Nanometerbereich zu verringern, hat die Industrie bereits verschiedenste Techniken ausprobiert. Erfolglos blieben Versuche mit akustischen Wellen oder mit zentrifugalen Kräften, ebenfalls nicht zum Ziel führten Ansätze auf Basis der Elektrostatik oder der Strömungstechnik.

Produktion in Europa

Die erste Finanzierungsrunde soll gemäss Luttinger gegen Ende August abgeschlossen sein. Er zielt, bis dann etwa vierhunderttausend Franken zusammen zu bringen. Möglich machen soll dies auch das Crowd-Funding-Portal Investiere.ch. Rund die Hälfte des Betrags sei bereits gesichert.

In einer nächsten Phase benötigt Pemred laut Luttinger nochmals rund CHF 1.5 Millionen für den Betrieb der Firma und als eine Art „Handlungsreserve“. Denn Pemred will es vermeiden, zu eng mit einem bestimmten Automobilhersteller zusammenzuarbeiten. „Strategisch wollen wir keine exklusive Beziehung“, sagt Luttinger. Man wolle nicht, dass ein Hersteller plötzlich eine exklusive Nutzung der Pemred-Technik fordern könnte. Allerdings hofft er, später auch strategische Partner aus der Industrie sowie professionelle Investoren für das Projekt gewinnen zu können. Trotz sehr günstigen Angeboten aus China mit rekordtiefen Herstellkosten will Pemred dem Vernehmen nach in Europa produzieren. Deshalb akzeptiere man auch höhere Stückkosten bei der Produktion. Die Herstellung des Pemred PAI soll mittels Hydroformung erfolgen, eine Technik, bei der es in der Zuliefererindustrie momentan Überkapazitäten gibt. Dies sei wichtig bei der Suche nach Produktionspartnern und im Hinblick auf eine mögliche Ausweitung der Stückzahlen.

Im Gegensatz zur Technik sieht Luttinger weniger Herausforderungen bei der Vermarktung des Pemred-PAI. Insgesamt sei die Zahl der Automobilhersteller oder der spezialisierten Zulieferer überblickbar. Zudem sitzen ehemalige Manager von Zulieferern für die Automobilindustrie im Verwaltungsrat von Pemred, gibt sich Luttinger optimistisch.

Unter diesem Link finden Sie auch eine Video mit weiteren Erläuterungen:

Quelle: investiere.ch

 

 

OECD und EU machen in Sachen Unternehmensbesteuerung Druck – Was die Schweiz tun könnte Teil 1/2

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) will mit einem Aktionsplan gegen die Steueroptimierung von multinational tätigen Konzernen wie Apple, Google oder Starbucks vorgehen. Beim Gipfeltreffen der G20 in Moskau von letztem Freitag hat OECD-Generalsekretär Angel Gurrí den Aktionsplan vorgestellt. Die Industrieländerorganisation OECD zielt dabei unter anderem auf die Verhinderung von Gewinnverlagerungen, indem Unternehmensgewinne steuerfrei in Offshore-Zentren wie etwa den Bermudas transferiert werden. Im Rahmen des BEPS-Projekts (engl. BEPS für Base Erosion and Profit Shifting), will die OECD auch der Steuervermeidung durch multinationale Gesellschaften Grenzen setzen. Die Idee ist, dass Unternehmen künftig dort besteuert werden, wo sie Produkte entwickeln und fertigen. Der OECD-Aktionsplan könnte auch Auswirkungen auf die Schweiz haben.

Wo die OECD ansetzen will

Ansetzen will die OECD dem Bericht zufolge auch bei den Zinsen, Lizenzgebühren sowie bei den konzerninternen Verrechnungspreisen als Instrumente der Gewinnverlagerung. Gemäss OECD sollen die multinationalen Konzerne gegenüber den Steuerbehörden transparent darlegen, welche Instrumente Konzerne bei der Steuerplanung einsetzen und wie die Transferpreise gehandhabt werden. Der OECD veröffentlicht zudem einen Zeitplan und Empfehlungen, wie die Staaten ihr Steuersystem umbauen können, um eine Steuervermeidung oder Gewinnverlagerungen durch Firmen einzuschränken. Ein grosser Teil der Empfehlungen sollen bis 2014 umgesetzt sein.

Gemäss OECD führen die unterschiedlich ausgestalteten Steuersystemen zu Sachverhalten, die zu BEPS führen, also die Vermeidung von Steuern durch Verlagerung von Gewinnen überhaupt erst ermöglichen, beispielsweise indem bei der Konzernfinanzierung Schulden zu einer Gesellschaft in einem Hochsteuerland verschoben werden. Ansetzen will die OECD gemäss Bericht auch bei den Transferpreisen und bei Vorzugssteuerregimes.

Weiterer Link: http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/grosskonzerne-sollen-mehr-steuern-bezahlen-1.18119502