Die International Financial and Reporting Standards (IFRS) entwickeln sich immer mehr zu Normen mit weltweiter Geltung. Mit der Etablierung eines internationalen Regelwerks ist auch Swiss GAAP FER konfrontiert. IFRS ist auch Thema beim a+c lunch am 12. April (Titel: IFRS – Was steckt dahinter?). Feines Essen geniessen und das Neuste erfahren zu IFRS. Ein etwas anderer Zugang zur Rechnungslegung.
Die Veranstaltung geht auf die wesentlichen Prinzipien der IFRS ein. Aufgeworfen werden aber auch folgende Fragen: Wer veröffentlicht die IFRS und wer wendet die Standards an? Was sind die neusten Entwicklungen und welche Unterschiede gibt es zwischen IFRS und Swiss GAAP FER? Einen ersten Info-Happen als Amuse bouche sozusagen erhalten Sie hier.
Die Anfänge reichen weit zurück
Die Ursprünge überstaatlicher Regeln der Finanzberichterstattung gehen auf das 1973 gegründete International Accounting Standards Committee (IASC) zurück. Ziel des IASC war es, mit den International Accounting Standards (IAS) Grundsätze für die Erstellung von Jahresabschlüssen festzulegen. Hintergrund war die zunehmende Globalisierung der Märkte. Insbesondere multinational tätige Konzerne forderten überall auf der Welt einfacheren Zugang zu den Kapitalmärkten, wobei der amerikanische Kapitalmarkt lange Zeit als der wichtigste galt. Die amerikanische Börsenaufsicht verlangte denn auch von Unternehmen, die ihre Wertpapiere an amerikanischen Börsen listen wollten, einen Jahresabschluss nach United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP). Doch die US-GAAP waren auf die amerikanischen Verhältnisse ausgerichtet und beim wichtigen europäischen Wirtschaftsraum fehlten supranationale Standards.
Fehlende Vergleichbarkeit
Die Vergleichbarkeit der verschiedenen Abschlüsse nach nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen war stark eingeschränkt. Zudem war für Unternehmen der Aufwand immens, Jahresabschlüsse nach verschiedenen Standards zu erstellen. Für Aktionäre, Investoren und Gläubiger hatte das Nebeneinander verschiedener Rechnungslegungsnormen nur Nachteile. Im Hinblick auf international verbindliche Standards war die Situation Ende des letzten Jahrhunderts suboptimal.
EU prescht vor
Dies änderte sich, als 2001 das International Accounting Standard Board (IASB) als Nachfolgeorganisation das Ziel fasste, international verbindliche Rechnungslegungsnormen zu schaffen und einen eigentlichen Weltstandard Realität werden zu lassen. Handlungsbedarf in Sachen internationaler Rechnungslegung erkannte auch die Europäische Union. Abschlüsse von Kapitalgesellschaften mussten gemäss Vorgaben der EU ab dem Jahr 2005 verbindlich nach den IAS-Regeln erfolgen. Inzwischen hatten haben diverse Gremien zum Ziel, bei den Rechnungslegungsstandards unabhängig von politischen Nationalinteressen eine Einigung zu erzielen. Der Streit zwischen den USA und Europa wurde mit dem Entscheid der Securities and Exchange Commission (SEC) im Jahr 2007 beendet, welcher es ausländischen Unternehmen, die in den USA Wertschriften registriert haben, erlaubt, künftig ihre Rechnungslegung nach internationalen Normen vorzunehmen.
IAS und IFRS
Die IAS bezeichnet man seit 2003 als IFRS, wobei alte Standards weiterhin mit IAS bezeichnet werden, während neu entwickelte IFRS genannt werden. Treibende Kraft für einen internationalen Standard mit Weltgeltung sind die G 20-Länder. Mittlerweile wenden 120 Länder die IFRS-Standards an. Die Standards werden laufend den neusten Entwicklungen angepasst. Dabei schlägt das IASB ein hohes Tempo vor. Mit Swiss GAAP FER verfügt auch die Schweiz über einen eigenen Rechnungslegungsstandard. Das Schweizer Regelwerk muss sich den Herausforderungen stellen, welche sich aus den Entwicklungen auf internationaler Ebene ergeben.
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