Die Grossbank UBS erhöht ihre Wirtschaftsprognosen für die Schweiz. Neu geht die Bank für 2013 anstelle von 0,9 Prozent von einem erwarteten Wachstum von 1.8 Prozent aus. Für 2014 erhöht die UBS die Prognose von 1.3 Prozent auf neu 2.0 Prozent, wie die UBS in einer Mitteilung schreibt. Die UBS rechnet 2014 im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenrate von 3.3 Prozent, was einen geringeren Anstieg bedeute als bisher prognostiziert. Für dieses Jahr erwarten die Ökonomen eine durchschnittliche Jahresteuerung von -0.2 Prozent, für nächstes Jahr geht man von einem Anstieg der Teuerung von 0.7 Prozent aus.
Basis für weiteres Wachstum
Gemäss UBS liegen die Gründe für die Anpassungen der Prognosen in den überraschend guten Entwicklung diverser Indikatoren. So hat das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz gemäss den jüngsten Schätzungen des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2.5 Prozent zugelegt. Gestützt wurde das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal durch den Privatkonsum, welcher sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3.0 Prozent erhöhte (gegenüber Vorquartal 0.7% ). Erfreulich entwickelt hätten sich erstmals seit einem Jahr auch wieder die Ausrüstungsinvestitionen (+2.9% zum Vorquartal).
Schritte vor möglicher Zinserhöhung
Die Teuerung sei zurzeit noch kein Thema. Allerdings sei seit einigen Monaten ein Anstieg der Preise für inländische Güter erkennbar. Sollte sich der Preisanstieg in den nächsten Monaten beschleunigen, werde sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) Gedanken über eine Straffung ihrer ultra-expansiven Geldpolitik machen müssen. Der erste Schritt in Richtung einer Straffung der Geldpolitik bestünde gemäss Ausführungen der UBS in der Aufgabe der Kursuntergrenze und einer Abschöpfung der Überschussliquidität. Erst danach könne die SNB die Zinsen anheben.
Immobilienmarkt als Treiber
Die ultra-expansive Geldpolitik sei eigentlich auf Krisenländer zugeschnitten. Für die gesunde Schweizer Binnenwirtschaft sei diese Politik jedoch viel zu expansiv ist. Die expansive Geldpolitik widerspiegele sich aber auch immer deutlicher in der Kreditentwicklung, wobei nicht zuletzt die günstigen Kredite die Binnenwirtschaft über den Immobilienmarkt angetrieben haben, wie die UBS weiter schreibt.
Einig über das Wachstum der Schweizer Wirtschaft sind sich gleich mehrere Forschungsgruppen. Erst heute vermeldete die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, das von ihr befragte Konjunkturexperten die Erwartungen für die Schweizer Wirtschaft nach oben angepasst haben. Positive Einschätzungen gaben gestern ebenfalls BAK Basel und die Credit Suisse ab.