KOF-Umfrage: Schweizer Unternehmen investieren 2013 mehr – Ausblick 2014 pessimistischer

Die Bruttoanlageinvestitionen in der Schweiz dürften 2013 relativ stark zunehmen, wie die Resultate der jüngsten Investitionsumfrage der KOF Konjunkturforschungsstelle zeigen. Während im Vorjahr die Investitionstätigkeit lediglich um 1 Prozent gestiegen ist, rechnen Schweizer Unternehmen aufgrund der aktuellen Umfrageergebnissen für das Jahr 2013 mit einer nominalen Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen von rund 11 Prozent. Dies schreibt die KOF Konjunkturforschungsstelle in einer Mitteilung. Die Investitionsumfrage des Frühjahrs 2013 bestätigt somit die Ergebnisse der Umfrage vom Herbst letzten Jahres. Bei der damaligen Befragung ging die KOF ETH aufgrund der Einschätzungen der Unternehmen von einer Zunahme der Investitionstätigkeit von rund 10 Prozent, wobei es sich schon damals zeigte, dass die Impulse für die Zunahme vorwiegend aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor kamen. Die KOF Investitionsumfrage erfasst nach Angaben 2‘300 Schweizer Unternehmen.
Der Ausblick für 2014 sei hingegen pessimistischer. Kein Sektor rechne per Saldo damit, seine Investitionstätigkeit weiter auszudehnen, wie es weiter heisst.

Industrie und Dienstleistungsbetriebe treiben Bruttoanlageinvestitionen

In der Industrie steigen die Ausrüstungsinvestitionen um 11 Prozent und die Bauinvestitionen um 4 Prozent. Die grösste Zunahme wird in der Textilindustrie erwartet, wobei in dieser Branche sowohl Ausrüstungs- als auch Bauinvestitionen besonders stark ansteigen dürften, wie es weiter heisst.

Wie bereits im Herbst rechnete der tertiäre Sektor für das laufende Jahr mit einer Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen von rund 10 Prozent. Grösste Veränderungsraten weist dabei der Autoservice und -handel aus, wobei sowohl bei den Ausrüstungs- als auch bei den Bauinvestitionen Zunahmen zu verzeichnen sind. Aufgrund der Neuzulassungen in früheren Jahren stelle sich die Branche auf den steigenden Fahrzeugbestand ein, wie es weiter heisst. Auch fast alle weiteren Branchen des Dienstleistungssektors gingen von einem mit einem Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen.
Und noch etwas fällt an de KOF-Umfrageergebnissen auf: Die Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen im tertiären Sektor ist global gesehen fast ausschliesslich auf die Zunahme von Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen, während die Bauinvestitionen stagnieren.
Mit einer Stagnation rechnen dagegen Unternehmen im Bereich der Nachrichtenübermittlung sowie der Bankensektor.
Der Bausektor ist im Hinblick auf die Investitionstätigkeit für das Jahr 2013 weniger optimistisch. Laut Angaben der befragten Unternehmen dürften die Bruttoanlageinvestitionen in diesem Jahr um rund 4 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr. Der Rückgang beträgt gemäss KOF-Befragung beim Bauhauptgewerbe 4 Prozent und im Ausbaugewerbe 5 Prozent. Bei Betrachtung der Bruttoanlageinvestitionen nach dem Verwendungszweck, dürften im Jahr 2013 in diesem Sektor sowohl Ausrüstungs- als auch Bauinvestitionen abnehmen.
Den grössten Rückgang bei der Investitionstätigkeit meldet die Branche Papier und Druckerzeugnisse, vor allem aufgrund der Digitalisierung und der Konkurrenz aus dem Ausland. Einen starken Rückgang der Bruttoanlageinvestitionen erwartet auch der Fahrzeugbau, zumal die grossen Bauinvestitionen der letzten beiden Jahre nun abgearbeitet seien.

Grossunternehmen mit grösstem Zuwachs

Insgesamt planen Unternehmen aller Grössenordnungen im laufenden Jahr ihre Bruttoanlageinvestitionen zu erhöhen. Die stärkste Zunahme erwarten Grossunternehmen, während Klein- und Mittelunternehmen im Vergleich mit deutlich geringeren Zuwachsraten rechnen. Auch bei den Ausrüstungsinvestitionen sind die Veränderungsraten bei Grossunternehmen am höchsten. Kleinunternehmen erwarten bei den Ausrüstungsinvestitionen eine Zunahme von über 10 Prozent und bei den Bauinvestitionen immerhin noch 5 Prozent. Unternehmen mittlerer Grösse rechnen dagegen nicht damit, das Niveau ihrer Bauinvestitionen vom letzten Jahr halten zu können, wie es weiter heisst. Dafür erwarten die befragten Grossunternehmen eine Zunahme ihrer Bauinvestitionen von über 10 Prozent.

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