Jeder fünfte Mitarbeitende ist sich einer finanziellen Manipulation im Unternehmen bewusst

Einer von fünf Mitarbeitenden ist sich innerhalb der letzten zwölf Monate der finanziellen Manipulation im eigenen Unternehmen bewusst. In wachstumsstarken Märkten steigt der Anteil von Mitarbeitenden, die angeben, über Manipulationen Bescheid zu wissen, auf über ein Viertel. In der Schweiz besteht bei jedem zehnten Mitarbeitenden ein Bewusstsein über unethischen Verhaltens in seinem Unternehmen. Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage des Beratungsunternehmen Ernst & Young (Europe, Middle East, India and Africa EMEIA Fraud Survey 2013: Navigating today’s complex business risks). Befragt wurden mehr als 3’000 Angestellte in 36 Ländern.

Auf Verwaltungsrats- und oberster Führungsebene haben sogar 42 Prozent der Befragten Kenntnisse von finanziellen Manipulationen im Verlaufe der letzten 12 Monate, insbesondere bei Umsatzzahlen oder Kosten im jeweiligen Unternehmen. Zudem nehmen 57 Prozent an, dass Bestechung und Korruption in ihrem jeweiligen Land weit verbreitet sind, wie Ernst & Young weiter schreibt. Die Umfrage ergab zudem:

  • 38 Prozent der Befragten glauben, dass Unternehmen die Finanzergebnisse aufblähen.
  • In Wachstumsmärkten stellen Unternehmen die Finanzergebnisse oft falsch dar (das denkt rund die Hälfte der Befragten). In Westeuropa geben 29 Prozent der Befragten einen solchen Befund.
  • Unter den Befragten in der Schweiz sind lediglich 16 Prozent der Auffassung, dass finanzielle Manipulation in der Schweiz verbreitet ist.

Gemäss Umfrage erhöht sich das Risiko einer Falschdarstellung von finanziellen Ergebnissen in einem unethischen Geschäftsumfeld. Im Zusammenhang mit der Verbreitung von Bestechung und Korruption zeigt die Umfrage folgendes Bild:

  • 57 Prozent aller Befragten geht davon aus, dass Bestechung und Korruption im Geschäftsalltag ihrer Länder gang und gäbe ist.
  • In Wachstumsmärkten beträgt der Anteil der Befragten mit dieser Meinung sogar 67 Prozent.
  • In der Schweiz sind immerhin noch 10 Prozent der Befragten der Meinung, dass Bestechung und Korruption weit verbreitet sind.
  • 26 Prozent (Schweiz: 7 %) sind der Meinung, dass es in ihrem Sektor üblich ist, Aufträge mithilfe von Bestechung zu gewinnen.

Wie die Umfrage zeigt, besteht in vielen Unternehmen zwischen oberem Management und den anderen Mitarbeitenden eine deutliche Kluft in der Wahrnehmung, was Relevanz und Effektivität von Compliance-Richtlinien betrifft. Interessant sind in diesem Zusammenhang folgende Erkenntnisse:

  • 60 Prozent der Verwaltungsräte und oberen Führungskräfte gehen davon aus, dass ihr Unternehmen Mitarbeitende unterstützen würde, Verdachtsfälle von Betrug, Bestechung oder Korruption zu melden.
  • Aber: Nur 34 Prozent der Mitarbeitenden stimmen dieser Annahme zu.

Die Studie können Sie hier herunterladen.

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